Schullektüren- Der Alptraum mancher Schüler

Schullektüren- Ja oder nein?

Viele von uns kennen es. Die Schullektüre. Der Alptraum vieler Schüler. Ich dachte mir einfach, dass ich darüber heute mit euch reden muss, denn mir liegt in dieser Beziehung schon lange etwas auf dem Herzen. Und darum geht’s im heutigen Post. Ich fände es super, wenn ihr fleißig in den Kommentaren mit einander diskutiert und euch austauscht😊

An für sich ist eine Schullektüre ja nichts Schlimmes und ich befürworte diese Idee sehr. Das Problem liegt meiner Meinung nach einfach an der schlechten Umsetzung. Ich spreche hier auch nur von meiner eigenen Erfahrung und deshalb ist die Rückmeldung von euch hier auch sehr erwünscht. Beginnen wir in der fünften Klasse bis zur achten Klassen. In diesen Klassenstufen durften unsere Deutschlehrer die Lektüren noch selbst aussuchen, was es nicht viel besser gemacht hat. Ich erinnere mich da an unsere Steinzeitlektüre „Dilgo &Mirtani“ die einfach nur peinlich war. Als Sechstklässer Stellen analysieren zu müssen, in denen die Steinzeitkinder sich langsam näherkommen, war nicht so toll. Einige Jahre später sorgte dann auch der Name des kleinen Steinzeitjungen für viel Gelächter, wenn er fiel. Ich meine den Hauptcharakter „Dilgo“ zu nennen, war nun wirklich keine schlaue Idee. Allgemein war diese Lektüre jedoch ganz in Ordnung, genau wie die vorangegangene Lektüre „Angstmän“, die ich damals wirklich gefeiert hab. Dieses Buch war wirklich schwer in Ordnung. Lange Zeit kam dann glaube ich nichts mehr, bis zur 9. Klasse. Viele von euch kennen vielleicht das Buch oder den Film „Löcher“ von Sachar und den zweiten Teil davon durften wir dann lesen. Ab dieser Klassenstufe wurden die Lektüren dann vom Ministerium vorgeschrieben und ab da fing es dann an… Leute dieser zweite Teil war so ein Mist. Es tut mir wirklich leid, wenn ich das so ausdrücken muss, aber es war keine geeignete Schullektüre! Es war leider schlecht geschrieben und hatte einen schlechten Plot und ne schlechte Lovestory. Als Schullektüre war dieses Buch einfach schlecht. Aber der „Burner“ kam dann ein Jahr später mit dem „Krimi“ (es war keiner) mit dem schönen Titel „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“. Ach Leute eigentlich kann ich kaum etwas zu diesem Buch sagen, als dass es nur unterirdisch den Zweck einer Schullektüre definitiv nicht erfüllt. Dieses Buch war eine KATSTROPHE. Für den Eigengebrauch eventuell angenehm, für die Schule…oh man. Es wurden einfach so viele unpassende Szenen beschrieben und ich habe mich einfach nur fremd geschämt für dieses Buch! (Spoiler in coming) Es wurde beschrieben, wie die zwei 14-jährigen Jungen in Gebüsch stehen und dem Bruder das einen dabei zu sehen wie er und ihrer Lehrerin Sex haben und die Jungen sich darauf einen runter holen… und im Buch wurde dies sehr viel obszöner ausgedrückt und war nebenbei nicht die letzte solcher Ausdrücke und absurden Situationen . Hat dieses Buch jemand gelesen bevor es zur Schullektüre wurde?! Es war einfach nur unpassend. Auf dem Gymnasium haben wir dann dieses Jahr angefangen mit „Woyzeck“ von Georg Büchner, was eigentlich ein ganz gutes Buch war. Kulturgut, was soll ich noch sagen? Und weiter ging es mit „Irrungen und Wirrungen“ von Theodor Fontane. Auch dieses Buch war weitestgehend okay, außer dass es dauerhaft schlechte Laune gemacht hat und am Ende nur zeigt, wie scheiße das Leben sei…Aber auch hier muss man anmerken, dass es Kultur ist und somit wertvoll. Über das letzte Buch haben wir dann selbst abgestimmt (die anderen zwei hatten die Lehrer festgelegt) und es ist ein 500 Seiten dicker Thriller von Markus Heitz geworden. „Totenblick“. Nicht unbedingt die übliche Schullektüre, erreicht meiner Meinung nach aber etwas mehr das, was ich mit diesem Beitrag erzählen will.

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Denn das große Problem ist: Diese Schullektüren sollen erstens Kultur vermitteln und die Bildung fördern, was nicht immer gegeben ist, aber nicht mein Hauptproblem. Man kann gerne in den Schulen „wertvolle Lektüre“ lesen, sollte es welche sein. Leider macht das vielen keinen Spaß und hier sehe ich das wirkliche Problem! Kinder und Jugendliche, die sowieso nicht gerne lesen, dazu zu zwingen absoluten Schrott (nein, ich meine  nicht die wertvolle Lektüre, das halte ich, wie oben erwähnt auch für sinnvoll) zu lesen. Gebt ihnen doch etwas, das sie packen könnte, etwas das den Spaß am Lesen vermittelt und nicht den Hass auf etwas schürt, das eigentlich so schön sein kann. Außerdem werden diese Lektüren bis ins kleinste Detail ergründet und analysiert. Das macht meist keinen Spaß. Ich hoffe ihr alle versteht worauf ich hinaus will.

Ich möchte hier auch einen Lösungsvorschlag anhängen, da ich gelernt habe, wie viele unter euch auch, dass man nicht nur kritisieren soll, sondern dann auch eine Lösung sagen soll, sie besser sei.

Sinnvoll fände ich nämlich, so wie es hier auf dem Gymnasium ist, wo man drei Lektüren liest, eine zu lesen, die wertvoll für die Bildung ist und diese dann auch auseinander zu nehmen und zu analysieren und später eine Klassenarbeit darüber zu schreiben. Gerne. Und gegen Ende des Jahres, wenn die Noten gemacht und der Stoff soweit durch ist, ein Buch mit vielleicht 300- 500 Seiten, das auf den AKTUELLEN Bestsellerlisten steht oder AKTUELL Preise gewonnen hat. Im Unterricht sollte das Buch besprochen und darüber geredet werden, aber nicht zu gründlich. Etwas, das begeistert. Bitte. Denn so wie es momentan läuft ist es echt…nicht schön!

Ich hoffe alle verstehen, was ich hiermit meine und niemand nimmt mir das hier irgendwie übel. Es ist meine Meinung und ich würde mich gerne über eure freuen, also ab damit in die Kommentare😊Man liest sich:)

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8 Gedanken zu “Schullektüren- Der Alptraum mancher Schüler

  1. lesemensch schreibt:

    Das ist teilweise echt schwierig. Ich bin zukünftige Lehrerin und hab in meinen Praktikas schon das ein oder andere Mal erlebt, wie schwer sich manche Schüler mit der „Kanon-Literatur“ oder auch den im Bildungsplan vorgegebenen Lektüren tun. Leider kann der einzelne Lehrer da aber nicht so viel ausrichten, sondern nur versuchen die Auseinandersetzung möglichst interessant zu gestalten.

    Ein Lehrer in meinem Praktikum hat das aber ganz gut gelöst. Er hat ein Leseprojekt mit der ganzen Klasse durchgeführt. Die Schüler haben sich dabei in verschiedenen Kleingruppen zusammengetan und durften sich dann jeweils ein Buch aussuchen, dass sie lesen wollten. Natürlich musste das auch mit dem Lehrer abgesprochen werden, aber er war da schon recht offen. Sie sollten dann während des Lesens immer wieder Zwischenupdates an die Klasse geben und dann auch so was wie ein individuelles Lesetagebuch erstellen (dafür gabs auch Muster). Ich glaub so begeistert, hab ich Schüler noch die lesen sehen!

    Gefällt 2 Personen

  2. Ariana schreibt:

    Ich verstehe auch dieses Problem und finde den Vorschlag von dir wirklich sinnvoll. Eine Pflichtlektüre und dann darf sich als Klasse oder in Kleingruppe eine Lektüre ausgesucht werden, um allen das Lesen näher zu bringen.

    Ich habe in der Schule sehr viele Lektüren gelesen: Löcher habe ich gelesen und das fand ich wirklich gut, Irrungen Wirrungen habe ich auch gelesen, es ging mir einfach nur auf die Nerven und war verwirrend. Dann hab ich noch mega viele andere Lektüren gelesen: Die Insel der blauen Delfine (langweilig), Die Schatzinsel (ganz okay), Wolfsblut (verstörend und nicht für 6. Klasse geeignet), Herrn des Standes (langweiliger als langweilig), Die Leiden des jungen Werther (langweilig). Puh ich glaube das wars an deutschen Romanen, an Dramen habe ich Emilia Galotti, Der Sandmann und Wilhelm Tell gelesen sowie Die Physiker, welches ich als einziges gut war.
    Ich finde, die französischen Lektüren toppen aber alles. Die sind so verstörend, die Protagonisten sind alle ein bisschen verrückt und keine Ahnung, wer sich sowas ausdenkt. Es ist aber sicherlich nicht normal, dass ein 14-jähriger Junge die ganze Zeit nur Sex hat und will und schließlich sogar wen schwängert

    Gefällt 1 Person

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